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Wie Trucco zu "Battlestar Galactica" kam

von | 27.07.2007. 18:02

Samuel T. Anders hat nicht nur das Herz von Starbuck erobert, sondern auch das diverser Fans. Der Schauspieler hinter der Rolle des charismatischen Widerstandkämpfers, Michael Trucco, ist schon etwas länger im Showgeschäft unterwegs, aber "Battlestar Galactica" findet er besonders toll.

Dies und mehr hat er Marcel Damen von Galactica TV erzählt. Im ersten Teil des Interviews fragt er ihn vor Allem nach seinem Werdegang, und wie er überhaupt zur Schauspielerei und schlussendlich zu "Battlestar Galactica" kam.

Lesen Sie hier die (spoilerfreie) Übersetzung des ersten Teils von Tanja Segashi (next please).

Weiterführender Text:
Marcel Damen: Haben Sie das Original von "Battlestar Galactica" gesehen, als dieses 1978 ausgestrahlt wurde?

Michael Trucco: Ich war ungefähr? [er überlegt]


Marcel Damen: Sie waren ungefähr acht Jahre jung.

Michael Trucco: Sieben oder acht, genau. Ich kannte die Serie, wüsste aber nicht, dass ich sie mir angesehen habe. Ich mochte sie jedenfalls nicht so sehr wie "Star Wars". Ich kann mich an sie erinnern, habe sie aber nicht regelmäßig gesehen.


Marcel Damen: Haben Sie sich mal eine Wiederholung der Serie angesehen?

Michael Trucco: Lange Zeit nicht, nein.


Marcel Damen: Ich frage, weil Jane Seymour damals die Serina gespielt hat. Und Sie hatten 1998 einen kleinen Part in einer Episode von "Dr. Quinn" [Hauptrolle dieser Serie, Jane Seymour]. Ich wollte wissen, ob der Gastauftritt für Sie etwas besonderes war, weil Sie eben mit Jane Seymour arbeiten konnten.

Michael Trucco: Richtig, da gibt es einen Zusammenhang! Das ist mir nie aufgefallen. Wie witzig. Sie haben gut nachgeforscht. [beide lachen]


Marcel Damen: Sie haben auch in einigen Folgen von "Beverly Hills 90210" mitgewirkt. Das war damals wahrscheinlich die meist gesehene Fernsehserie?

Michael Trucco: Das glaube ich auch.


Marcel Damen: Hat man Sie auf der Straße erkannt?

Michael Trucco: Durch "Beverly Hills 90210" wurde ich das erste mal auf der Straße erkannt. Das war toll. Als Schauspieler ist man immer unterwegs, und auf der Suche nach dem nächsten Job. "Beverly Hills" war mein erstes Projekt, das international bekannt war. In Las Vegas habe ich das erste mal bemerkt, dass ich von den verschiedensten Leuten erkannt wurde. Und das tat wirklich gut. Wenn ein Schauspieler sagt, dass es ihm nicht gefällt, erkannt zu werden, dann lügt er. Ich werde zum Glück nicht von Paparazzi verfolgt. Ich kann mir denken, dass das irgendwann zur Plage wird. Ich muss sagen, ich genieße es sehr, wenn Leute zu mir sagen, "Ich habe Ihre Serie gesehen."


Marcel Damen: Hat es Ihre Kariere angekurbelt, dass man Sie mit "Beverly Hills 90210" in Verbindung brachte?

Michael Trucco: Ich weiß nicht, ob es mir wirklich geholfen hat. Geschadet hat es jedenfalls nicht. In unserer Branche läuft es vor Allem darauf hinaus, dass dein Manager einen Grund hat, um über dich zu reden. "Vielleicht kennen Sie Michael noch aus der Serie '90210'?"


Marcel Damen: Ich möchte ein wenig weiter zurückgreifen. Sie haben in der High School mit dem Theaterspielen angefangen. Sie haben sogar irgendwann Ihr Hauptfach gewechselt, und an der Universität Ihren Theater-Abschluss gemacht. Und bevor Sie Schauspieler wurden, waren Sie am Theater beschäftigt.

Michael Trucco: Das ist richtig.


Marcel Damen: Warum haben Sie sich dazu entschlossen, von der Theaterbühne ins Filmgeschäft zu wechseln?

Michael Trucco: Weil ich pleite war! [Beide lachen] Ich musste endlich Geld verdienen. Aber ich war nicht auf das Showgeschäft vorbereitet. Die Kurse an der Universität ebneten den Weg ins Theater, aber nicht in die Filmbranche. Wir haben das Theaterhandwerk gelernt, Bühnenbau, Kostümdesign, Make-up, und alles was zu diesem Handwerk dazugehört. Auf Vorsprechen, Agenten, Manager, Produzenten, Studios, Sendeanstalten, ? war ich dagegen nicht vorbereitet. Und all diese Dinge sind jetzt Teil meines Lebens.

Nach einer Theateraufführung bin ich damals von einer Managementagentur angesprochen worden. Das Theaterstück hieß "A Few Good Men", geschrieben von Aaron Sorkin. Bekannt wurde es erst durch den Film mit Jack Nicholson. Aaron Sorkin ist vielen mittlerweile auch durch "The West Wing" ein Begriff. "A Few Good Men" wurde in Los Angeles aufgeführt. Ich hatte die Rolle, die später im Film von Tom Cruise verkörpert wurde.

Das Stück war klasse, und wir führten es ungefähr acht Wochen lang auf. Irgendwann bekam ich eine Nachricht: "Diese Agentur hier will, dass du sie anrufst." Anfangs war ich skeptisch, und habe die ersten Wochen nichts unternommen. Doch die Agentur rief immer wieder an. So kam die Sache ins rollen. Und den Rest kennt ihr ja.


Marcel Damen: Wollen Sie noch einmal zurück zum Theater? Vielleicht bekommen Sie jetzt größere Rollen?

Michael Trucco: Das habe ich einmal gesagt. Theater zu spielen macht wirklich Spaß. Es ist auch die reinste Form der Schauspielkunst. Man muss einen Charakter erschaffen, und ihn zwei oder drei Stunden lang aufrecht erhalten. Das ist sehr schwer. Theater nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, und wird nicht unbedingt gut bezahlt. Ich würde mir aber gerne mal die Zeit nehmen, um die Theaterbühne zu besuchen. Ich hoffe, dass ich nicht nur davon rede, sondern mir tatsächlich einmal die Zeit nehme.


Marcel Damen: Für "Pensacola" (Folge "Wings of Gold") haben Sie auch einmal Regie geführt. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen? Die meisten Schauspieler versuchen sich erst nach Jahren als Regisseur.

Michael Trucco: Das "Filme-machen" fasziniert mich. Jede Fernsehserie erzählt eine Geschichte. Und schon vor 40.000 Jahren haben Menschen um ein Feuer gesessen, und Bilder in den Sand gemalt. Wir Menschen lieben gute Geschichten. Als Schauspieler ist man ein kleiner Teil dieser Geschichten, man spielt seinen Part. Als Regisseur dagegen erzählt man die ganze Geschichte. Und dieser Prozess hat mich schon immer in seinen Bann gezogen. Als ich für "Pensacola" gearbeitet habe, hing ich ständig vor den Monitoren, und sah mir die Arbeit der Lichttechniker, des Regisseurs, der Kameraleute, usw. an.

Ich war neugierig darauf, wie alle Leute ihre Arbeit machen. Ich habe lange genug zugesehen, um von der Fernsehanstalt nicht ausgelacht zu werden, als ich mit der Idee kam, selbst Regie zu führen. Sie hätten auch sagen können, "Netter Versuch Kleiner, geh nach Hause". Mir wurde eine Episode am Ende der Staffel zugeteilt, so hatte ich die Chance noch eine Weile zuzusehen. Ich bekam das Drehbuch ungefähr drei Wochen vor dem Dreh. Somit hatte ich genug Zeit, um mir über jede Szene Gedanken zu machen, und mir einen Plan auszuarbeiten. Ich setzte mich mit allen Verantwortlichen in Verbindung, und besprach meine Taktik. Das ganze war eine meiner besten Erfahrungen mit dieser Serie.


Marcel Damen: Na gut, kommen wir zu "Battlestar Galactica". Haben Sie für den Part von Samuel Anders Probeaufnahmen gemacht?

Michael Trucco: "Probeaufnahme" ist das falsche Wort. Ich wurde eingeladen, und musste vor einer Gruppe von Casting Regisseuren und ein paar Produzenten vorsprechen. Während dem Vorsprechen wird man gefilmt. Die Verantwortlichen sehen sehr viele Bewerber, und können sich ihre Favoriten hinterher noch einmal auf Band ansehen. Dann legen sie sich auf einen endgültigen Favoriten fest. Dieses Band wird an weitere Produzenten geschickt. Am Ende wird dann die Rolle vergeben.

Mit der guten, alten Probeaufnahme, bei der man geschminkt wird, und mit anderen Schauspielern zusammenarbeitet, hat das ganze nichts mehr zu tun. Man geht nur noch in ein Büro, liest ein paar Zeilen, und wird dabei gefilmt. Trotzdem muss man versuchen, das Beste zu geben, auch wenn die Atmosphäre nicht berauschend ist. Neonlicht, Schreibtische und Telefone rund herum.


Marcel Damen: Wann haben Sie erfahren, dass Sie die Rolle des Samuel Anders bekommen haben?

Michael Trucco: Ich weiß es nicht mehr genau. Aber es hat nicht lange gedauert. Ich glaube, ich bin Mittwochs zum Casting, und am Freitag wurde ich angerufen. Und wenn ich mich richtig erinnere, sollte ich ursprünglich nur für zwei Episoden angeheuert werden.


Marcel Damen: Das stimmt.

Michael Trucco: Um ehrlich zu sein, ich glaube das sind die besten Vorraussetzungen. So war ich keinem Druck ausgesetzt. Hätte ich gewusst, dass fünf weiter Episoden in Staffel zwei, und ganze 14 in der dritten Staffel folgen sollten, und vielleicht noch einige mehr in der vierten Staffel, hätte ich mir enormen Druck gemacht. Ich bin mir nicht sicher, ob das jemand weiß, aber vor ein paar Jahren hatte ich mich für die Rolle des Apollo beworben. Wie man sieht, habe ich sie nicht bekommen, denn Jamie Bamber macht seine Arbeit sehr gut. Doch schon damals war ich vollkommen von dem Drehbuch fasziniert. Und ich hatte irgendwie immer die Hoffnung, einmal eine Rolle zu bekommen.

Etwa 18 Monate später rief mich mein Agent an, und sagte mir: "Du gehst zu einem Vorsprechen für die Serie 'Battlestar Galactica'". Ich sagte ihm, "Ich erinnere mich an die Serie. Ich habe für den Pilotfilm und die Mini-Serie vorgesprochen. Ich konnte nicht glauben, wie toll diese Serie ist". Und jetzt sind wir bereits am Ende der dritten Staffel angelangt.

Quelle: Galactica TV



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