
An Bord des "Battlestar Galactica" haben Cally und Racetrack wenig miteinander zu tun. Ihre Darstellerinnen Leah Cairns und Nicki Clyne dagegen sind im richtigen Leben sehr gut befreundet.
Gemeinsam hielten die beiden das erste von zwei "Galactica"- Doppelpanels der diesjährigen FedCon. Die Freundschaft der beiden war deutlich zu spüren, als sie am Con-Samstag gemeinsam auf der Bühne standen.
Weiterführender Text:Vorsicht vor Spoilern zur dritten Staffel.
Beiden Schauspielerinnen war anzumerken, dass sie sich auf den Aufritt und die Fans wirklich gefreut hatten. Etwas überrascht waren die beiden jedoch, als sie den Tag damit beginnen konnten, dass ihnen Bruce Boxleitner im Bademantel über den Weg lief und sie im Fahrstuhl einen Klingonen trafen.
Als die beiden Kanadierinnen nach ihrem Lieblingskollegen am Set gefragt wurden, führten sie erstmals ein kleines Spielchen auf: Eine der beiden zählte von drei abwärts, und bei null gaben beide ihre Antwort: James Callis. In vielen Fällen war das, so wie bei dieser Frage, bei beiden die gleiche Antwort.
Dann wurde die aus dem Leah-Cairns-Panel vom Freitag bereits bekannte Frage nach den "Battlestar Galactica"-Schauspielern gestellt, die ihren Rollen am ähnlichsten und unähnlichsten sind. Wie auch Leah antwortete Nicki Clyne auf den ersten Teil der Frage: Aaron Douglas. Er wäre jemand, der sich auch darum kümmern würde, wenn jemandem im Restaurant nicht das serviert wird, was er oder sie bestellt hat. Und auch Nicki findet, dass Tricia Helfer ihrer Rolle am wenigsten ähnelt. Privat sei sie eher ein Cowgirl.
Die beiden Schauspielerinnen erzählten dann, dass es wohl kaum eine andere Serie gibt, bei der am Drehort so viel herumgealbert werden würde wie bei "Battlestar Galactica". Das sei aber bei einer so dunklen Serie wie "Battlestar" vielleicht auch erforderlich. Jedenfalls würde keiner der beteiligten Schauspieler die Arbeit mit nach Hause nehmen und niemand muss zur Vorbereitung in irgendwelche Verliese eingeschlossen werden.
Einige der lustigsten Begebenheiten waren Momente, in denen Dialog u.a. von Tahmoh Penikett nur als Stimmimitation der Sexualberaterin Dr. Ruth vorgetragen wurde, oder als Paul Campbell, Edward James Olmos, Aaron Douglas und Leah Cairns ihren Text ignorierten und verballhornt als "Durka Durka" ("Team America") vortrugen. Berüchtigt sei auch Aaron Douglas, der gern kleine Dinge in den Taschen von Clynes Kleidung versteckt und Furzgeräusche imitiert.
Auch die obligatorische Frage nach Jamie Bamber wurde in diesem Panel wieder gestellt. Leah Cairns konnte ja bereits in ihrem Panel am Freitag bestätigen, dass sie ihn nackt gesehen hatte, und Nicki nahm sich vor, daran zu arbeiten. Nicki Clyne kam dann auf ihr Motorrad zu sprechen. Sie hat es zwar immer noch, kommt aber, unter anderem wegen einiger Defekte, nicht dazu, es zu fahren. Sie könne zwar Raumschiffe reparieren, nicht aber ihr Motorrad.
Zu den "Battlestar Galactica"-Lieblingsmomenten beider junger Damen gehören Adamas große Reden und Tighs Zeugenaussage zum Ende der dritten Staffel.
Die Schauspielerinnen wurden dann gefragt, für welche Rollen, die sie unbedingt haben wollten, sie vorgesprochen haben, aber dann doch gescheitert sind. Leah Carins erzählte hier, dass sie für "Still Life" vorgesprochen hatte, die Rolle dann aber an Morena Baccarin ("Firefly") ging.
Noch schlimmer seien aber die Rollen, bei denen sie Vorsprechen ablehnte, weil sie bei den Drehbüchern keine Erfolgschancen sah: "Ugly Betty", "Lost", "Heroes" oder auch "Men in Black". Offensichtlich habe sie keinen sicheren Geschmack was Drehbücher angeht. Sie spiele jetzt alles, was ihr angeboten wird. Nicki Clyne dagegen neigt dazu, sich Geschichten auszudenken, warum sie eine Rolle, die sie nicht bekam, eigentlich gar nicht haben wollte und ist bislang gut damit zurecht gekommen.
Für "Heroes" hatte Nicki Clyne im Gegensatz zu Leah Cairns tatsächlich vorgesprochen. Dieses Vorsprechen fand in einer Art Container statt, und wenn es mit der Rolle (die von Hayden Panettiere gespielte Cheerleaderin) geklappt hätte, wäre sie jetzt wohl eher auf einer "Heros"-Convention.
Dann erinnerte ein Fan Nicki Clyne an das Kegeln bei der "Battlestar Atlantia"-Convention in Bad Sazldetfurth. Ein Spiel, dass die Kanadierin viel schwerer als Bowling findet. "Aber ihr Deutschen müsst ja alles so schwer machen." Auf der FedCon sei allein die Bühne schon viel, viel größer als damals, allerdings sei es sowieso dunkel im Publikum und die Schauspieler könnten die Zuschauer nicht sehen, und der Tanzboden sei überall gleich. Auf jeden Fall solle man aber das Saallicht auslassen, damit sich Leah und Nicki nicht vor der Menge erschrecken.
Bei der dann folgenden Frage, welchen Charakter sie gern bei "Battlestar Galactica" spielen würden, versuchten sie wieder das gleichzeitige Antworten nach Zählen ab drei: "Starbuck", "Baltar". Leah und Nicki einigten sich schließlich auf "Okay, Starbuck." Nächste Frage, gleiches Spiel: Welcher Schauspieler hat am meisten Sex-Appeal? Drei, zwei, eins: "Eddie", "Trucco". Erstaunter Blick von beiden. Leah Cairns bekräftigte: "Egal, ob mit oder ohne Bart, ich nehm ihn [Olmos], wie er kommt."
Leah Cairns berichtete dann, dass sie in der dritten Staffel von "Kyle XY" nicht dabei sein würde, da der Sender der Meinung war, dass die Story um MadaCorp zu gewalttätig und erwachsen gewesen sei. Schon nachdem in der Serie ein Ball für gleichgeschlechtliche Paare gezeigt wurde, sei die Hölle los gewesen. Darum sei für Emily wahrscheinlich kein Platz mehr in der Geschichte.
Dann fragte ein Fan, was aus Sicht der beiden Stargäste typisch deutsch und typisch kanadisch sei. Bier für beide, die kanadische Aussprache des Englischen offensichtlich für Kanada und Lederhosen besonders für Deutschland. Kanadier seien sehr höflich, was dann auch schon einmal mit Freundlichkeit verwechselt werden könnte, während Nicki der Ansicht ist, dass Deutsche sehr direkt seien.
Die Arbeiten am Film "Helen", der von Deutschen produziert wurde, hat Leahs Meinung über die Deutschen geändert, besonders als ihr gesagt wurde: "Ich weiß nicht, was ihr in Kanada macht, aber in Deutschland machen wir Kino."
Weiter ging es mit Fragen zu "Battlestar Galactica": "Was werdet ihr (am wenigsten) vermissen?" Leah: "Jedenfalls nicht die Fliegeranzüge, die sind wirklich Mist. Im Sommer zu warm, im Winter zu kalt." Das gute Essen und den familiären Zusammenhalt am Set dagegen wird sie vermissen. Auch Nicki Clyne meinte, dass sie besonders ihre Kollegen vermissen würde. Sie würden gern weiter zu Cons eingeladen werden, allein schon, "damit wir uns wiedersehen."
Nicki Clyne und Leah Cairns unterhielten sich dann darüber, ob die Overalls der Mechaniker oder die Fliegeranzüge schlimmer seien. Auch in den Overalls mit ihren vielen Taschen voller Werkzeug sei es nicht einfach, auf die Toilette zu gehen. Das sei aber jetzt besser geworden, da sie Dank des Babies häufig Pullover tragen kann. Auf jeden Fall hat auch Nicki eine klare Vorstellung davon, was sie nicht vermissen wird: Kunstblut und Schmutz.
Die Arbeit mit dem Baby ist für Nicki Clyne ein Herausforderung. Sie müsse besonders aufpassen. Der Kameramann ist Vater des Kindes und sieht natürlich genau, was mit seinem Sprössling passiert. Nicki hofft jedenfalls, dass das Baby bei der Serie genug verdient, um sich die unausweichliche Therapie, die danach fällig sein wird, leisten zu können.
Dank "Battlestar Galactica" haben Nicki Clyne und Leah Cairns auch Erfahrungen gemacht, die sie zum Nachdenken brachten. Nicki Clyne ist jetzt viel offener für das Science-Fiction-Genre und Leah erschrak vor sich selbst, als sie Anfang der dritten Staffel dem Selbstmordattentäter zujubelte. Schlussendlich antwortete Leah Cairns noch auf die Frage, welche Szenen ihres Charakters sie ändern würde: "Ich würde erstmal meine geschnittenen Szenen wieder in die Folgen nehmen!"
Weiterführende Links:
Homepage der FedCon XVII
Thread zur FedCon XVII-Nachbesprechung
Leah Cairns im Forum von CC
Nicki Clyne im Forum von CC