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FedCon XIX: Das Panel von Aaron Douglas

von René Kissien (Lex) | 19.05.2010. 23:07

Die Rolle bei "Battlestar Galactica" begann als kleiner Nebencharakter, aber der "Chief" wurde von Staffel zu Staffel immer wichtiger. Der Darsteller des bei den Zuschauern sehr beliebten Mechanikers, der Kanadier Aaron Douglas, besuchte vom 30. April bis zum 2. Mai 2010 die FedCon XIX in Bonn.

Wir waren vor Ort und haben für Sie fleißig mitgeschrieben. Lesen Sie hier unsere ausführliche Zusammenfassung von Douglas Auftritt.

Weiterführender Text:

Aaron Douglas hatte es nicht einfach am FedCon-Wochenende. Das macht er schon zu Beginn seines Panels am Samstagnachmittag klar. Denn irgendjemand habe gestern Abend Alkohol in sein Geränk gemischt, was ihn dazu veranlasste, bis fünf Uhr morgens Party zu machen. Und betrunken ist er auch immer noch. Gefallen hat es ihm aber trotzdem. Und am Ende gelingt es ihm auch, einige der Fanfragen zu beantworten.

Die erste Frage bezieht sich dann auch direkt auf seinen ersten Tag am Set von "Battlestar Galactica". An diesem Tag traf er zum ersten Mal den von ihm als "Mexican Bitch" bezeichneten Edward James Olmos, den er in den kommenden Jahren das eine oder andere Mal nachspielen würde. An diesem Tag drehten die beiden Schauspieler eine gemeinsame Szene. Als diese beendet war, ging Olmos zum Mittagessen - und musste die Szene hinterher noch einmal aus einer anderen Perspektive drehen. Lust hatte er keine, und auch Douglas verging die Lust, als Olmos ihm sehr nahe kam und er die Essensreste zwischen dessen Zähnen entdeckte. Dem Geruch nach zu urteilen habe er wohl Knoblauch oder etwas Ähnliches gegessen. Douglas berichtet, dass es ihm kalt den Rücken runter lief, und er die nächsten Monate nichts mehr riechen konnte.

Auf seine Reaktion bezüglich der Tatsache, dass er einer den Final Five ist, angesprochen, erzählt Douglas, dass er schon eine ganze Zeit vorher wusste, was ihn erwarten würde. Bei einer Party fand er einen Abriss über das Ende der dritten Staffel und las es heimlich. Sagen durfte er hinterher aber nichts und musste sich am Set genauso verhalten wie immer. Immer mal wieder fragte er ganz unschuldig bei Ron Moore, wie denn die Zukunft des Chiefs aussehen würde, aber erst viele Wochen später, im Dezember, rief Moore ihn an und klärte ihn auf. Douglas mochte die Idee nicht, und telefonierte über eine Stunde lang mit dem Produzenten. Letztendlich konnte Moore ihn aber doch überzeugen, den Autoren zu vertrauen. Und tatsächlich, im Nachhinein findet er das Ende gut.
Weniger begeistert war er von der Tatsache, dass Nicky nicht sein Kind sein sollte, wohl um Heras Einzigartigkeit zu bewahren. Der Chief, erzählt er, war zu der damaligen Zeit sowieso schon sehr fertig. Am liebsten wäre er wohl nach Schottland gegangen, um sich dort mit den Schafen zu vergnügen. Später erzählt er allerdings, dass ihm die Rolle als alleinerziehender Vater auch nicht besonders gefiel. Wer weiß, vielleicht hätte er Nicki freiwillig weggegeben?

Von den Britischen Inseln stammt auch Chief O'Brien aus Star Trek. Ein Fan möchte von Aaron Douglas wissen, wer denn wohl ein Wetttrinken zwischen den beiden gewonnen hätte. Zwar ist er sich sicher, dass er ihm generell ordentlich in den Hintern getreten hätte, aber bei Whisky wäre er sich dann doch nicht so sicher. Allgemein ist er aber ein großer Fan von "Star Trek - The Next Generation", Wil Wheaton ist sogar ein guter Freund von ihm. Er erzählt von einer Wette, die er mit ihm geschlossen hatte, darum, wer bei den olympischen Spielen im Eishockey gewinnt. Douglas gewann die Wette, und Wheaton musste seine Unterhosen tragen.

Andere Sci-Fi - Serien sieht Douglas nicht. Allerdings ist er großer Fan der ersten und für ihn einzig existenten "Star Wars"-Trilogie.

Weniger begeistert zeigt er sich von einem Foto, das an einem Drehtag aufgenommen wurde und auf dem er zusammen mit Olmos, Tahmoh Penikett und Michael Trucco zu sehen ist. Alle abgebildeten Personen sollen zu diesem Zeitpunkt schon sehr betrunken gewesen sein, erzählt er, und macht sich über Tahmohs seltsames Gesicht lustig. Nicht auf dem Bild zu sehen ist Nicki Clyne, die Aaron nicht nur als einen wunderbaren Menschen bezeichnet, sondern auch als eine Art kleine Schwester, die seinen Beschützerinstinkt weckt. Mit ihr zu arbeiten habe großen Spaß gemacht. Und eine gute Trinkerin ist sie angeblich auch. Von Douglas ist das als Kompliment zu verstehen, und so verwundert es auch nicht, dass er dem Chief auf einer einsamen Insel eine Karriere als Whisky-Brauer und Schaf-Liebhaber zuschreibt.

Danach gefragt, ob er am Set anderen Schauspielern irgendwelche Streiche gespielt habe, erzählt Douglas, dass er einmal den Wohnwagen eines anderen Schauspielers komplett zerwühlt habe. Ansonsten sei das Streichespielen in der TV-Landschaft gar nicht so einfach. Von einer eher unfreiwilligen Szene erzählt er dann aber doch noch. Unter den orangenen Anzügen, die die Deck-Techniker bei "Battlestar Galactica" tragen, habe Douglas wie immer keine Unterwäsche getragen. Außerdem wurden die Mikrofone über ein Kabel mit dem Sender verbunden, das unterhalb der Kleidung vom Fuß bis zur Schulter ging, und dort aus dem Anzug wieder herauskam. Als ein Techniker in Anwesenheit von etwa 130 Leuten Douglas Kabel richten wollte, und den Reißverschluss seines Anzugs öffnete, sprang ihm Douglas bloße, nicht in Unterwäsche verpackte Männlichkeit entgegen. Er nennt die Geschichte auch "Cold-Cock-Story".

Sehr einprägsam war auch seine Begegnung mit einem ganz besonderen Fan. Douglas erzählt, dass er irgendwann in Los Angeles über die Straße lief, ihm ein Mann entgegenkam und ihm zunickte. Erst wenige Sekunden später, als sie schon aneinander vorbei gekommen war, fiel Douglas auf, dass er gerade Robin Williams begegnet war! Er schrieb seinen Freunden SMS, drehte um und ging zu Williams. Bevor er ihn ansprechen konnte, erkannte Williams allerdings ihn und lobte die Serie. Er sei ein großer Fan von "Battlestar Galactica".

Eher seltsam fand er die Dame, die bei einer Convention nach einem gemeinsan Foto-Shooting ihr Bild nicht wiedererkannte. Seltsam deswegen, weil sie ja selbst auf dem Foto abgebildet war. Er glaubt, das amerikanische Schulsystem habe an dieser Stelle wohl versagt.

Seine Lieblingsfolge ist "Der Flug des Phoenix", weil er dort seine eigene Viper bauen durfte. Sehr gerne mochte er auch die Box-Folge "Unfinished Business", für die er extra Boxunterricht nehmen durfte. In dieser Folge hat er auch einmal aus Versehen Edward James Olmos geschlagen, der das weniger lustig fand. Insgesamt habe das Drehen dieser Folge aber sehr viel Spaß gemacht.

Im gefiel allerdings jede Folge, an deren Ende er noch lebte. Wie einige andere Schauspieler auch begann er irgendwann, das Drehbuch am Ende anzufangen, so dass er beim ersten Auftauchen seines Namens wusste, ob er die Folge überleben würde oder nicht. Und mit Fortschreiten der Serie sei die Angst, nicht zu überleben, immer größer geworden.

Neben "Battlestar Galactica" hat Aaron Douglas auch über sein anderes, aktuelles Projekt gesprochen, die Fernsehserie "The Bridge". In der spielt er einen Polizisten, der seit 12 Jahren im Dienst ist und der dazu neigt, nicht immer die offiziellen Wege zu gehen, wenn es um die Lösung eines Falls geht. Sei Charakter sei ein ziemlicher "Badass", erzählt Douglas, und gerät öfters mal in Schwierigkeiten. Für ihn ist "The Bridge" auch keine typische Krimiserie. Beraten werden sie von einem der Autoren der Serie, der selbst jahrelang im Polizeidienst arbeitete. Von der örtlichen Polizeibehörde erhalten sie dagegen keine Unterstützung, aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen ihnen und dem Autor.

Nicht unerwähnt blieb auch Douglas Lieblingsprojekt - sein Sohn. Der sei mit seinen 14 Jahren mittlerweile weit über 1,80 Meter groß, und wird von Douglas als "Monster" bezeichnet. Douglas erzählt, dass sein Sohn mit neun Jahren die Serie öfters sah und glaubte, die Vipern und Raptoren könnten wirklich fliegen. Also kam er irgendwann mit seinem Vater ans Set. Douglas führte ihn herum und zeigte ihm alles, unter anderem auch das Hangardeck und den Greenscreen mit der Viper davor. Die wollte er natürlich auch besteigern, und nachdem er einmal darin saß, auch damit fliegen. Douglas versuchte seinem Sohn zu erklären, dass die Viper nicht fliegen kann, aber sein Sohn glaubte ihm nicht. Als er dann schließlich mitbekam, dass die Viper tatsächlich nicht fliegen kann, zog er sich beleidigt in den Wohnwagen seines Vaters zurück und spielte dort mit der X-Box.

Am Ende des Panels erscheint Kandyse McClure auf der Bühne und zieht Aaron Douglas weg. Sie hat den folgenden Auftritt und weiß anscheinend genau, dass Douglas seine Panels gerne mal ein wenig überzieht.

Weiterführende Links
- Homepage der FedCon
- FedCon 19 Nachbesprechung im Forum von CC
- Aaron Douglas im Forum von CC



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