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Vom 18. bis 20. April fand im Bonner Maritim-Hotel die "
Federation Convention XVII - The Lost World" statt. Zahlreiche Schauspieler aus vielen verschiedenen Genreserien gaben sich dort auf der Bühne die Klinke in die Hand, beantworteten Fanfragen und schrieben sich in den Autogrammstunden die Finger wund.
Die "Battlestar Galactica"-Fahne wurde von gleich fünf Schauspielern der Serie hochgehalten, angeführt von Mary McDonnell höchstpersönlich. Die sympatisch bescheidene "Laura Roslin"-Darstellerin begeisterte, erstmals auf einer europäischen Conventionbühne, die anwesenden Fans mit ihrem natürlichen Charme und ihrer Offenheit.
Dank den Bemühungen der FedCon-Presseabteilung war es uns möglich, ein Interview mit McDonnell zu führen. Eine Gelegenheit, die die Schauspielerin eigentlich nur den größeren Printmedien und nicht den fangeführten Internetseiten gewährt. Hierfür noch einmal unseren herzlichen Dank an die Veranstalter.
Lesen Sie hier, was McDonnell zu ihrer ersten großen Rolle zu sagen hatte, was sie an "Battlestar Galactica" besonders liebt, und warum sie lieber die Präsidentin spielt als selber eine zu sein.
Caprica City: Hallo Mrs. McDonnell. Zuerst möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass sie sich die Zeit für dieses Gespräch nehmen und uns einige Fragen beantworten.
Mary McDonnell: Das mache ich gerne.
Caprica City: Lassen Sie uns mit Ihrer ersten großen Rolle beginnen, "Steht mit einer Faust" in "
Der mit dem Wolf tanzt". Wie hat diese Rolle Ihre Karriere beeinflusst. Können Sie die Auswirkungen noch heute spüren?
McDonnell: "Der mit dem Wolf tanzt"... dieser Film verhalf mir nicht nur zum Durchbruch, sondern verschaffte mir überhaupt ersteinmal eine Karriere im Filmgeschäft. Damals lernte ich die Kraft einer gut erzählten Kinostory kennen.
Außerdem war der Film für mich eine völlig neue Erfahrung. Es wurde eine komplett andere Welt erschaffen, in die man mit seiner Kreativität sozusagen komplett eintauchen konnte. Ich lebte bei amerikanischen Ureinwohnern und entwickelte dabei ein Verständnis, ein Gefühl für das, was in der Gemeinschaft der Ureinwohner vor sich geht, auch heute.
Die Erfahrung dieser Dreharbeiten machte mir viel stärker bewusst, um welch politische und soziale Tragödie es sich da eigentlich handelt und wie wir noch immer so tun, als sei es gar nicht passiert. Dabei war es nicht weniger als ein Völkermord auf amerikanischem Boden, aber ich habe nicht den Eindruck, dass mein Land das jemals zugegeben hätte. Insofern war es eine wunderbare Gelegenheit, eine schöne Geschichte über ein Volk zu erzählen, dessen Kultur zerstört wurde. Es war großartig, ein Teil dieses Projekts zu sein.
Caprica City: Gab es in Ihrer Karriere eine bestimmte Rolle, die sie unbedingt spielen wollten, aber nicht bekommen haben?
Mary McDonnell: Nein. Ich habe nicht jede Rolle bekommen für die ich vorgesprochen habe, aber die, die ich wirklich wollte, habe ich alle bekommen. Was das angeht habe ich sehr viel Glück gehabt.
Caprica City: "Battlestar Galactica" begann als Miniserie und entwickelte sich dann zu einer Serie mit vier Staffeln. Würden Sie, an diesem Zeitpunkt in Ihrer Karriere, einen weiteren Vertrag für eine langlebige Serie unterschreiben?
Mary McDonnell: Ja, ich würde auf jeden Fall wieder einen solchen Vertrag unterzeichnen. Ich liebe diesen sich fortsetzenden Prozess der Charakter- und Handlungsentwicklung mit den ständig neuen Ideen der Autoren, die versuchen, der Figur treu zu bleiben. Und ich liebe diese kleinen Momente, wissen Sie? Diese kleinen Nuancen, diese kleinen Bindungen die man machen kann. Für mich ist es richtig aufregend, wieder da hinzugehen und die Erfahrungen eines menschlichen Wesens auszubauen. Ich liebe es. Also ja, ich würde. Solange es in der Nähe meines Wohnorts ist und das Geld stimmt (kichert).
Caprica City: Welche der in "Battlestar" behandelten Themen oder großen Fragen haben Sie ganz besonders zum Nachdenken angeregt oder Sie gar an Ihren eigenen Überzeugungen zweifeln lassen?
McDonnell: Das waren die Themen, mit denen ich mich persönlich beschäftigen musste, weil sie Entscheidungen von Laura Roslin betrafen. In dieser Rolle für den Mord an Lebewesen und zugleich für das Überleben [der Zivilisation] verantwortlich zu sein, das hat mich dazu gezwungen, meine eigenen linksliberalen Einstellungen etwas zu überdenken.

Dank ["Battlestar"] machte ich die zumindest scheinbare Erfahrung, wie es ist, als Mensch am Rande der Vernichtung zu existieren, und was notwendig ist, um dieses Leben zu erhalten. Ich habe nun ein besseres Verständnis der Dinge, die die Menschheit in ihrer Geschichte durchmachen musste, und ich kann mir nun eher vorstellen, warum wir in unserer Entwicklung noch nicht so weit fortgeschritten sind, wie wir uns das eigentlich wünschen.
Es ist eine interessante Ironie, dass es ausgerechnet eine Scifi-Serie ist, die so viele Ideen und Themen behandelt, die uns in gewisser Weise fern sind.
[Besonders deutlich] ist das gerade dann, wenn meine Rolle wieder einmal alles dem Überleben unterordnet, um eben sicherzustellen, dass diese Zivilisation, dieses Volk weiter existiert. Wenn man in diesem "Überlebensmodus" ist, hat das etwas Repressives. Denn man hat nun mal nicht den Luxus, darüber nachzudenken, ob die eigenen Taten moralisch richtig oder falsch sind, oder wie man später [mit dieser Entscheidung] zurechtkommen wird. In so einer Situation geht es nicht mehr um die eigenen Bedürfnisse - es geht um Zahlen und Fakten. Das ist eine interessante Erfahrung.
Caprica City: Gibt es einen bestimmten Moment, der für Sie "Battlestar Galactica" definiert? Eine spezielle Szene vielleicht?
Mary McDonnell: Ehrlich gesagt liebe ich die leichteren Momente der Serie. Die, in denen man das Privatleben der Charaktere erlebt. Diese kleinen Dinge zwischen Starbuck und Apollo, die Sachen, die Grace [Park] erlebt, mit Helo, Athena und Hera. Ich mag das, weil ich die Schauspieler kenne und ich dann ihre sanfteren, netteren Seiten sehen kann. Ich liebe die ganze Serie, aber diese Momente empfinde ich als sehr befriedigend.
Caprica City: Sie haben schon einige Conventions besucht. Gab es dort besonders beeindruckende Momente mit Ihren Fans?
Mary McDonnell: Oh, so viele Conventions habe ich noch gar nicht besucht, da habe ich noch nicht viel Erfahrungen sammeln können. Aber ich finde die Fragen, die die Fans bei den Frage- und Antwortrunden stellen, wirklich beachtlich. Genau wie ihre Hingabe zu all den Geschichten in der Serie. Und die große Menge an Spaß, den die Fans auf solchen Veranstaltungen haben bewegt mich sehr.
Caprica City: Sie haben die First Lady im Film "
Independence Day" und später dann die Präsidentin in "Battlestar Galactica" gespielt. Wenn Sie wählen könnten, was wären Sie dann lieber? Die Präsidentin oder die Frau hinter dem Präsidenten?
Mary McDonnell: Ah, eine sehr gute Frage, auf die die meisten Menschen wahrscheinlich mit "Präsident" antworten würden (kichert). Ich sehe in der Vizepräsidentschaft oder der Position als First Lady - oder First Gentleman, sollte das je vorkommen - als sehr interessante Position, in der man einiges für die Welt machen kann. Es ist ein wenig "sanfter" und potenziell humaner.

[Als Präsident] bist du verantwortlich für Entscheidungen wie, zum Beispiel, wer getötet werden soll. Es gibt keinen Machthaber - außer dem Dalai Lama vielleicht - der nicht in irgendeiner Art und Weise für das Töten von Menschen verantwortlich ist. Die First Lady, und in gewisser Weise auch der Vizepräsident, sind nicht die Befehlshaber. Ich weiß es nicht. Ich spiele gerne weiterhin die Präsidentin, aber wirklich eine sein möchte ich nicht. Ich denke, die Präsidentschaft ist eine sehr schwere Aufgabe für einen Menschen, und ich denke nicht, dass mein Herz dieser Position gewachsen wäre.
Caprica City: Und hier ist auch schon unsere letzte Frage: Gibt es irgendeine Frage, die wir hätten stellen können, für die Sie uns in die nächste Luftschleuse befördert hätten?
Mary McDonnell: (lacht)
Caprica City: Uns reicht da auch die Frage, die Antwort brauchen Sie nicht zu verraten.
Mary McDonnell: Wer meine Stimme bei den US-Präsidentschaftswahlen bekommt (kichert).
Caprica City: Okay, diese Frage lassen wir beim nächsten Mal dann lieber weg. Vielen Dank, Mrs. McDonnell, es war uns ein Vergnügen.
Mary McDonnell: Ich danke Ihnen, das war sehr nett. Auf wiedersehen.
Links:
–
McDonnell/Roslin-Thread und
FedCon-Nachbesprechungstread im Forum von Caprica City
– Mary McDonnell bei
IMDb
–
FedCon-Homepage