Herbert Jefferson jr. spielte in der originalen "Kampfstern Galactica"-Serie die Rolle des Viperpiloten
Lt. Boomer. Auf der
Galileo 7 "After Eight" sprach unser Redakteur René Kissien (Lex) für unsere Partnerseite
TrekZone Network mit dem vielseitigen Schauspieler.
(Foto © Mario Rössel)
Lex: "Mr. Jefferson, Sie haben in Ihrer Karriere schon sehr viele Rollen gespielt, werden aber meistens mit Boomer in Verbindung gebracht. Auf welche anderen Rollen sind Sie besonders stolz?"
Herbert Jefferson jr.: "Das stimmt, ich werde meist nur auf Boomer angesprochen. Ich habe keine bestimmte Rolle, die mir besonders gefallen hat oder auf die ich außergewöhnlich stolz bin. Es ist schwer, sich nach 40 Jahren im Business einen Part auszusuchen. Ich habe Theater gespielt, war im Fernsehen und in Spielfilmen zu sehen. Jede Rolle war ein Höhepunkt für sich, und man kann auch Theater nicht mit Film und Fernsehen gleichsetzen. Ich mochte sie alle."
Lex: "Wenn Sie zurückdenken an Ihre Zeit am "Galactica"-Set, was kommt Ihnen da zuerst in den Sinn?"
Jefferson: "Bei dem eigentlichen Set wäre das wohl die Brücke der Galactica. Die war umwerfend. Sie war voll mit Computern, und jeder einzelne funktionierte wirklich. Das war sensationell, damals, 1978. Zu der Zeit hatten wir das höchste Budget in der Geschichte der Fernsehproduktionen. Alleine die Brücke mit ihren verschiedenen Etagen kostete drei Millionen Dollar, damals eine gewaltige Summe für eine Kulisse. Das war wirklich beeindruckend.
Was die Leute am Set angeht, so war dies wahrscheinlich das beste Ensemble, mit dem ich jemals gearbeitet habe. Man sollte auch nicht vergessen, dass die meisten Leute nur die Schauspieler kennen. Was hinter der Kamera vor sich geht, weiß kaum einer. Die Kameraleute, die Toningenieure, alle, die dafür sorgten, dass wir, die Schauspieler, gut aussehen. Diese Leute waren unglaublich, jeder einzelne."
Lex: "Haben Sie immer noch Kontakt zu Ihren damaligen Kollegen Dirk Benedict und Richard Hatch?"
Jefferson: "Ich sehe sie noch gelegentlich auf Conventions, wie letzte Woche im niederländischen Utrecht. Es ist immer wieder schön, die beiden zu sehen."
Lex: "Sie waren neben Lorne Greene der einzige Hauptdarsteller, der auch in der von den Fans ungeliebten zweiten Staffel der Serie mitgespielt hat. Was halten Sie von dieser Staffel?"
Jefferson: "Ich fand sie auch nicht sehr gut. Es war damals ein Fehler, die Serie nach einer Staffel einzustellen, aber sie auf diese Art und Weise zurückzubringen war noch schlimmer. Die ganze Geschichte mit der Rückkehr zur Erde hat einfach nicht funktioniert. Es fehlte einfach die Leidenschaft und die Vorstellungskraft, die die erste Staffel so beliebt gemacht hat. Die Erde zu erreichen war nicht das Wichtige, es war der Weg dorthin. Als sie auf der Erde ankamen, war dieser Weg vorbei, und damit der ganze Geist der Serie dahin. Als Schauspieler war ich natürlich froh, Arbeit zu haben. Aber mehr war es auch nicht, einfach nur ein Job."
Lex: "Ich muss Sie natürlich auch nach Ihrer Meinung zur Neuinterpretation der Serie fragen."
Jefferson: "Ich habe nicht viel von Ronald Moores Version gesehen, zu wenig, um mir eine Meinung zu bilden. Es ist für mich natürlich sehr schwer, da objektiv zu bleiben. Sie haben sehr viele radikale Veränderungen vorgenommen. Das ist hart für alle, die am Original beteiligt waren, also die Leute, die dem Kampfstern Galactica das Leben eingehaucht haben. Ich kann dazu nichts sagen, es wäre nicht fair der Serie gegenüber."
Lex: "Wurden Sie schon mal auf einen Gastauftritt angesprochen, wie Richard Hatch?"
Jefferson: "Bisher noch nicht. Wenn sie mich haben wollen, wissen sie, wo sie mich finden können. Ich weiß nicht, ob ich es annehmen würde. Es kommt darauf an, was sie mir für eine Rolle anbieten. Es sollte schon was Vernünftiges sein, nicht einfach nur, um mich einmal durch das Bild laufen zu lassen. Ich bin nicht so wild darauf, dort aufzutauchen, aber wenn ich gefragt werde, dann kann man darüber reden."
Lex: "Durch das Remake der Serie ist Richard Hatchs Projekt "The Second Coming", in dem die alte Besatzung wieder auftaucht, erst mal in der Versenkung verschwunden. Glauben Sie, dass dieses Projekt noch Chancen hat?"
Jefferson: "Chancen gibt es immer, aber da mache ich mir kaum Gedanken darüber. 'Galactica' spielt im Moment kaum noch eine Rolle in meinem Leben. Bei Richard ist das anders, er hat diese Bücher geschrieben, er entwickelte das Konzept für 'The Second Coming'. Er denkt ständig an 'Galactica'. Sollte es wirklich dazu kommen, dass dieses Projekt in Angriff genommen wird, sollen sie sich bei mir melden. Dann können wir darüber sprechen."
Lex: "Ich habe gehört, Sie seien ein echter Bücherwurm. Was lesen Sie zurzeit?"
Jefferson: "Ja, ich lese sehr gerne. Am liebsten Sachen, die auf Fakten beruhen, Biografien, historische Romane. Im Moment lese ich zwei Bücher. Das erste hat mir meine Tochter zum Vatertag geschenkt. Es heißt 'The Bear and the Dragon' von Tom Clancy. Das habe ich halb durch. Der Name von dem anderen fällt mir im Moment nicht ein. Ich lese manche Bücher auch mehrfach. Es ist wie bei einem guten Lied, das man sich immer und immer wieder anhört. Genauso geht es mir mit Büchern."
Lex: "Dann danke ich Ihnen, dass Sie sich die Zeit genommen haben."
Jefferson: "Ebenfalls vielen Dank."