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Craig Shaw Gardner – Das Geheimnis der Zylonen (The Cylons' Secret)

Peter Glotz (Pedda)09.02.2007 1:33 (4632)


Deutsche Ausgabe

352 Seiten (Softcover, broschiert)
Panini Books (17. Januar 2006)
ISBN 3833214457
9,95 Euro; im Caprica City Shop bestellen

Englische Ausgaben

– Paperback (broschiert, 302 Seiten)
B&T (30. September 2006); ISBN 0765315793
ca. 12 Euro; im Caprica City Shop bestellen
– Hardcover (304 Seiten)
Tor Books (22. August 2006); ISBN 0765315785
ca. 23 Euro; im Caprica City Shop bestellen

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Buchrückentext

Der Krieg gegen die Zylonen liegt zwanzig Jahre zurück.

Die 12 Kolonien der Menschheit befinden sich im Wiederaufbau und die Zylonen sind spurlos verschwunden. Nichts erinnert mehr an die einstigen mechanischen Diener, die sich gegen ihre Erbauer wendeten - und schließlich vernichtend geschlagen wurden.

Der Krieg gegen die Maschinen hat eine neue, höchst illegale Berufsgruppe auf den Plan gerufen: Die so genannten Scavenger. Glücksritter, die in den Randgebieten der Kolonien nach zylonischer Technologie und Artefakten suchen aber meist mit leeren Händen zurückkehren.

Einer von ihnen ist Tom Zarek, der an Bord seines Kreuzers Lighting nun scheinbar den großen Wurf gelandet hat. Er entdeckt ein geheimes wissenschaftliches Labor vergessen im Weltraum. Zu spät bemerkt Zarek, dass die Station keinesfalls verlassen ist.

Der Kampfstern Galactia eines der ältesten Kriegs- schiffe der Flotte empfängt daraufhin einen mysteriösen Notruf, der nur aus einem Wort besteht: Zylonen!


Rezension von Kolja Steinrötter

Einführung

"The Cylons' Secret" ist der zweite Roman zur Neuauflage von "Battlestar Galactica" nach dem Roman zur Miniserie und damit die erste eigenständige Geschichte in Buchform. "Das Geheimnis der Zylonen" hört sich ja erst einmal spannend an – was mag das sein? Ich nehme es vorweg: keine Ahnung! Un das sage ich, nachdem ich das Buch gelesen habe. Doch dies ist nur einer von mehreren Gründen, warum "The Cylons' Secret" eine herbe Enttäuschung ist. Dazu gleich mehr.

Die Story ist zeitlich vor der Rückkehr der Zylonen angelegt – von den handelnden Personen der Serie treffen wir lediglich Colonel William Adama (Commander des Battlestars Galactica wird er erst am Ende des Buches – während der Erzählung dient er unter Admiral Sing), Saul Tigh und Tom Zarek. Bevor ich mich über das Buch so richtig aufrege, wende ich mich ersteinmal dem Inhalt zu.


Inhalt

"Das Geheimnis der Zylonen" beginnt mir drei zunächst separaten Storylines. Die erste kümmert sich um die Galactica, die unter Admiral Sing die Grenzen patrouilliert. Unter anderem erfahren wir etwas mehr über die Freundschaft zwischen Tigh und Adama, über die Anfänge des ersten Zylonenkonflikts und ganz allgemein etwas über die Geschichte der Zwölf Kolonien. Etwas mehr.

Der zweite Handlungsstrang begleitet Tom Zarek, der auf einem kleinen Verbrecherschiff angeheuert hat (ein wenig Firefly-esk, möchte ich meinen, aber natrlich mit unsympathischeren Charakteren).

Die dritte Storyline schließlich spielt auf einem vergessenen Außenposten der Kolonien. Dort übt ein alter Wissenschaftler mit einigen Mitarbeitern friedliches Zusammenleben mit einigen mehr oder weniger modifizierten Zylonen, ohne jemals vom Krieg oder den Konflikten gehört zu haben. An diesem Ort treffen sich bald alle handelnden Personen.

Um es kurz zu machen: Die Schmuggler finden den Außenposten und möchten sich gern alles unter den Nagel reißen. Die Zylonen werden wütend und schalten auf Aggro-Modus um, was die Schmuggler etwas dezimiert. Am Ende bleibt Zarek übrig, irgendwo auf dem Planeten, freundet sich mit einem Dschungelmädchen der Station an und endet in Untersuchungshaft auf der Pegasus. Die Galactica hatte den Außenposten irgendwann auch gefunden, einen saubereren ersten Kontakt hingelegt und sich daher in Ruhe alles anschauen dürfen.

Brisant wird es am Ende nur deshalb, weil die Zylonen wohl auch von dem Außenposten wussten (also, die "normalen" Zylonen), nun plötzlich auftauchen und Gewalt anwenden. Dazwischen finden sich Details von großen bösen verloren erhofften Zylonenschiffen (vielmehr, von den Zylonen gestohlene Schiffe - "Dreadnaughts"), die von einem modifizierten menschlichen Wesen gelenkt werden. (Was interessant ist, wenn man an die in der dritten Staffel eingeführten Hybriden, welche die Basestars lenken bzw. "sind", oder allgemein an die Human Models denkt – nicht, dass darüber jedoch näher eingegangen würde.) Am Ende werden die Zylonen in die Flucht geschlagen. Oh Wunder.


Kritik

Mag sein, dass schon die Geschichte ist nicht besonders gut ist. Trotzdem kann man natürlich auch aus einer schlechten Story noch ein lesbares, spannendes Buch machen. Doch "Das Geheimnis der Zylonen" hat nicht nur einen großen Schwachpunkt:

Erstens, wie gesagt, die Story, denn die ist mau. Wer auf ein großartiges Geheimnis der Zylonen hofft, wird bitter enttäuscht. Was soll das gewesen sein? Dass sie von dem Außenposten wussten? Dass sie heimlich und gemeinerweise noch ein oder zwei Dreadnaughts versteckt hatten? Dass sie plötzlich gemein sind und angreifen? Man weiß es nicht, und das ist unbefriedigend.

Zweitens die Umsetzung, auch die ist bestenfalls mäßig. Es könnte schlimmer geschrieben sein – außerdem erwarte ich von einem "Battlestar"-Roman freilich keine kunstvolle Literatur. Aber zwei Dinge erwarte ich schon: Ich möchte gut unterhalten werden und die Charaktere aus der Serie in dem Buch wiederfinden. Bei der Unterhaltung waren wir schon. Das Schlimmste habe ich mir für den Schluss aufgehoben, den Auftritt der uns bekannten Charaktere: Es ist ein Desaster.

Schon bei der ersten Unterhaltung oder Gedankenblase von Adama, Tigh oder Zarek kam mir als sofort in den Sinn: Wer soll das sein? Das würde Adama nie sagen! Oder denken! Ich sage nur: Tigh als Schwerenöter, der auf junge Häschen steht. Aha. Zarek, dessen Storyline sich am größten anfühlt, sinniert darüber, ob er bei den recht brutalen Schmugglern richtig aufgehoben ist und wie er sich gegenüber deren Chef am besten verhält. Das aber etwa einhundertfünfzigtausend Mal. Im immer gleichen Wortlaut.


Fazit

Wer zu viel Zeit hat und meint, alles aus dem "Galactica"-Universum aufnehmen zu müssen, der sollte dieses Buch lesen, da sich in den 302 Seiten durchaus zwei bis vier finden, die eine sinnvolle Information beinhalten. Ansonsten lautet die Devise, besser die Finger davon zu lassen. Ich habe mich selten beim Lesen so über ein Buch geärgert.

Ich gebe allerdings zu bedenken, dass ich möglicherweise auch etwas zu kritisch bin. Ich habe eine Menge "Star Trek"-Romane gelesen (darunter die gesamte DS9-Reihe), und gefallen hat mir vielleicht jedes fünfte und sechste. Die meisten empfand ich schlicht als schrecklich langweilig. Auf der anderen Seite habe ich mich jedoch selten so sehr über schlecht geschriebene Hauptcharaktere gewundert wie bei der Lektüre des vorliegenden Werks. Insofern möge keiner sagen, ich hätte ihn nicht vor diesem Buch gewarnt.


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