English original
An Bord des "Battlestar Galactica" ist Lt. Margaret "Racetrack" Edmondson Raptor-Pilotin und Sharon Agathons ECO. Lt. Edmondson wirkt oft verbittert – als würde ein dunkles Geheimnis auf ihr lasten. Kein bisschen verbittert dagegen wirkt ihre Darstellerin, Leah Cairns. Im Gegenteil, in ihren Interviews macht die Schauspielerin regelmäßig einen sehr offenen und sympathischen Eindruck. Auch in unserem Interview bestätigte sich dieser Eindruck wieder einmal.
Zur Zeit arbeitet Leah Cairns für die ABC-Produktion "
Kyle XY", in der sie ab der zweiten Staffel eine Nebenrolle spielt. Zuvor hatte sie eine wiederkehrende Rolle in der preisgekrönten kanadischen Serie "Godiva's" und spielte in dem DVD-Film "88 Minutes" an der Seite von Al Pacino.
Ihren ersten "Battlestar Galactica"-Auftritt hatte sie als Boomers ECO in der Folge "
Kobol, Teil 2". Seitdem sahen wir Racetrack in 25 Folgen der Serie. Mit Caprica City sprach die Schauspielerin exklusiv unter anderem über ihre Reisen und ihre Deutschlanderfahrungen, die Crew von "Battlestar Galactica", sowie über Ego-Surfen und merkwürdige Entdeckungen im Internet. Und über ihren Hintern.
Das Interview ist spoilerfrei.
Caprica City: Da wir ja nun eine deutsche "Battlestar Galactica"-Fansite sind und Sie einmal sagten, dass Sie viel umher reisen: Waren Sie schon einmal in Deutschland? Oder würden sie unser Land irgendwann einmal besuchen wollen? Gibt es etwas bestimmtes, das sie gern in Deutschland sehen, erfahren oder ausprobieren möchten?
Leah Cairns: Ich war bis jetzt zweimal in Deutschland. Einmal 1993 und dann noch mal im vergangenen Jahr (2006). Ich habe einen sehr guten deutschen Freund, zu dem ich aber seit damals den Kontakt verloren habe. In Berlin habe ich beim ihm übernachtet. (Wenn jemand den Biochemiker Richard Höp kennt, sagt ihm, dass ich ihn suche!!)
Berlin habe ich wirklich gemocht. Da würde ich gern mal wieder hin. Letztes Jahr habe ich mir dann München angesehen. Eine wirklich schöne Stadt! Ich glaube, das nächste Mal möchte ich dann aufs Land.
CC: Apropos Verreisen: In Ihrem Interview mit
The SciFiWorld (wir berichteten
hier) erfuhren wir, dass Sie sehr gerne verreisen. Warum arbeiten sie trotz dieser Leidenschaft nur für kanadische und us-amerikanische Produktionen?
Leah Cairns: Glauben Sie mir, das liegt nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte. Ich bin gegen den Rat meines Agenten zu Vorsprechen für wirklich schlechte Filme gegangen nur weil sie an einem interessanten Ort gedreht werden sollten. Ich habe es nur noch nicht geschafft, eine der Rollen zu bekommen! Ein guter Freund von mir (er hat übrigens Flat Top in ein oder zwei Folgen von "Battlestar Galactica" gespielt) wurde gerade für einen Film gebucht, der fünf Wochen lang in Indien gedreht wird. Man kann mich nur schwer eifersüchtig, aber ich bin verdammt
grün vor Neid!!
CC: Zwischen Ihren Reisen um die Welt und dem Jahr 2002, als sie begonnen haben, professionell zu schauspielern – hatten sie da Zeit, aufs College zu gehen, oder haben Sie andere Jobs ausprobiert? Gibt es einen Beruf, von dem Sie sagen: "Auf gar keinen Fall würde ich das tun!" Oder anders herum: Wenn Sie keine Schauspielerin wären, was wären Sie dann?
Leah Cairns: Ich war Studentin an der Universität von Victoria. Ich habe zwischen den Reisen hier und da ein paar Semester gemacht. Etwas über zwei Jahre habe ich Scheine gemacht, bevor ich aufgehört habe. Ich wollte einen Bachelor in Umweltwissenschaften und Geographie machen. Das war interessant, aber ich habe auf meinen Reisen so viel mehr gelernt, sodass es am Ende nicht mehr so aussah, als sei [das Studium] die Zeit und das Geld wert.
Ein Job, den ich nicht machen könnte? Ich könnte nicht in einem Schlachthaus arbeiten. Oder einem Fleischereigeschäft. Mit toten Tieren komme ich nicht gut klar. Ich könnte auch kein Koch sein. Beim Kochen bin ich furchtbar! Wenn ich nicht schauspielern würde, würde ich wohl für die NGO eines Freundes in Indien arbeiten, sie nennt sich "
One! International". Ein Job, den ich lieben würde? Cool wäre Wal- oder Delphintrainerin. Oder Tauchlehrerin.
Und andere Jobs, die ich gemacht habe: Angefangen habe ich als Kellnerin mit 16. Und ich sage Ihnen, ich war eine fantastische Kellnerin! Ich habe auch als Englischlehrerin in Japan gearbeitet. Da habe ich meistens Kinder unterrichtet und auch ein Programm entwickelt, um Kleinkinder und Babys zu unterrichten. Ich habe auch als Hostess gearbeitet, so habe ich die meisten meiner Reisen finanziert.
Ich habe für "Child Haven International" in einem Kinderheim in Südindien gearbeitet, und in Nordindien habe ich Englisch unterrichtet und mitgeholfen, eine Schule für eine Organisation namens SECMOL zu bauen (das heißt, ich habe Steine getragen). Ich habe auch für kurze Zeit Arbeitsplatten für Küchen zusammengebaut, aber die Overalls standen mir einfach nicht.
CC: Was halten Sie von BSG-Conventions?
Leah Cairns: Ich war bis jetzt erst auf einer, aber das war eine tolle Zeit.
CC: Können wir Sie irgendwann mal in Europa sehen?
Leah Cairns: Das kann ich nur hoffen!
CC: Sollen wir den
Organisator einer Con in Deutschland im November anbetteln, Sie einzuladen?
Leah Cairns: Ja! Ja!
Ja, bitte!
CC: Gibt es am Set von BSG ein Mitglied des Teams, das zwar nie genannt wird, das aber lebenswichtig für den Erfolg des ganzen Unternehmens ist?
Leah Cairns: Hm... ich bin mir nicht sicher, wer genannt wird und wer nicht. Na ja, an einem Tag ging der Kaffee-Wagen, der uns alle verkoffeiniert, auf dem Weg zum Set kaputt. Wir mussten fast früher Feierabend machen. Das war ein langer, schmerzhafter Tag. Ich glaube, ohne den könnten wir die Serie nicht machen.
CC: Und eine letzte "Battlestar"-Frage: Wir alle lieben Racetrack und hoffen, dass sie uns bis zur letzen Episode erhalten bleibt. Aber einige von uns glauben, dass am Ende eine ganze Menge Leute sterben werden. Was wünschen Sie sich für Racetrack am Schluss? Soll sie glücklich bis ans Ende ihrer Tag leben oder glorreich untergehen?
Leah Cairns: Ein ruhmreicher Untergang wäre cool, aber nur im Staffelfinale. Wenn Ractrack stirbt, bekomme ich die Drehbücher nicht mehr frei Haus geliefert und das, meine Freunde, wäre eine Tragödie.
CC: Wenn Sie Zeit, Geld, Crew und Schauspieler [ihrer Wahl] zur Verfügung hätten, was für ein Film wäre Ihr Wunschprojekt?
Leah Cairns: Ich würde eine Dokumentation über einen Aspekt des Lebens in Indien drehen. Suchen Sie sich was aus. Irgendwas, mich fasziniert da alles.
CC: Sie sind in "Godiva's" und "88 Minutes" (fast) nackt aufgetreten. Wir werden solche Dinge an die Schauspielerin herangetragen? Ich denke nicht, dass sie einfach nur das Drehbuch bekommen und dann die Nacktszene spielen, oder?
Leah Cairns: Ich hasse es, Ihnen das zu sagen, aber genau so ist es. Das Drehbuch kommt raus, und man hofft, dass man nicht zu oft bei McDonalds am McDrive-Schalter war. Wir bereitet man sich drauf vor? Rasieren. Wie es war? Für mich ist es leicht, solange der andere Schauspieler sich auch wohl dabei fühlt. Wenn er sich komisch fühlt oder schüchtern, dann wird mein Job unendlich schwieriger.
CC: Und wie ist es, die Szene aus "88 Minutes", in der Sie nichts außer einer Schürze tragen, in den Promotrailer des Films geschnitten zu sehen?
Leah Cairns: Ich dachte... netter Hintern. Aus dieser Perspektive hatte ich ihn noch nicht gesehen... gar nicht schlecht.
CC: Sie arbeiten sowohl für Filme als auch für Fernsehproduktionen. Worin unterscheidet sich das Ihrer Meinung nach? Was gefällt Ihnen besser?
Leah Cairns: Der große Unterschied ist die Zeit, die man hat, um eine Szene zu drehen. Bei Filmen kann man es sich leisten, mit den Szenen etwas zu spielen. Ein wenig proben und dann Tonnen von Material drehen. Fernsehen geht viel schneller. Ich habe bei einigen Serien gearbeitet, da ging es schon zur nächsten Szene weiter, wenn man beim Drehen die Kamera auf die richtige Stelle schaute und die Schauspieler den größten Teil ihres Textes hinbekommen haben!! So schnell zu arbeiten, kann sehr anstrengend sein.
Aber: Ich liebe die familiäre Atmosphäre, die sich bei einer Serie entwickelt. Man arbeitet über Monate, manchmal Jahre, mit denselben Leuten zusammen. Ich bin ein sehr geselliger Mensch, das mag ich also sehr.
CC: In einem anderen
Interview erzählten Sie den Fans, dass sie ego-surfen. Was war das ungewöhnlichste, interessanteste oder lustigste, dass Sie über sich selbst herausgefunden haben? Dass Sie vielleicht selbst noch nicht wussten?
Leah Cairns: Hmmmm? Gute Frage! In einem BSG-Thread habe ich mal gelesen, dass ich bei jemandem wirklich "Butter auf den Muffin streiche". Ich bin mir nicht wirklich sicher, was das bedeutet, aber meine Schwester zieht mich dauernd damit auf. Und ich habe gelesen, dass ich 1,52m groß bin. Schönen Dank auch, ich bin 1,68m! Oh, und wo ich darüber nachdenke: Da draußen gibt es ein paar Fans, die glauben, ich sei das Mädchen in Justin Timberlakes Video "Sexy Back"... leider bin ich das nicht.
CC: Haben Sie auch so richtig seltsame Sachen gefunden?
Leah Cairns: Seltsam? Nicht wirklich. Naja, ein paar Sachen vielleicht. Ein gefaketes Bild mit Racetrack als Goth-Girl war etwas merkwürdig.
CC: Woran arbeiten Sie gerade, und was können Sie uns darüber sagen?
Leah Cairns: Ich arbeite zur Zeit bei einer Familienserie, die auf ABC Family läuft. Sie heißt "Kyle XY". Ich trage keinen Helm, keinen Fliegeranzug aus Gummi und bin auch nicht nackt. Das ist also eine ganz neue Welt für mich!
CC: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben.
Links: Leah Cairns in der
IMDb und im
Battlestar Wiki;
Thread zu Cairns und Racetrack im Forum von Caprica City
Übrigens: Wenn Sie selbst Leah Cairns eine Frage stellen möchten, so ist
hier im Forum von The Scifi World der Platz dafür.