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No Exit


Deutscher Titel: Das verlorene Paradies
Nummer: 4.15
Weltweite Erstausstrahlung: 13.02.0009
Deutsche Erstausstrahlung: (noch) unbekannt

Drehbuch: Ryan Mottesheard
Regie: Gwyneth Horder-Payton

Links: Trailer und Previews, Thread im Forum

Hauptcast: Edward James Olmos (William Adama), Mary McDonnell (Laura Roslin), Jamie Bamber (Lee "Apollo" Adama), Katee Sackhoff (Kara "Starbuck" Thrace), James Callis (Gaius Baltar), Tricia Helfer (Number Six)
Gastschauspieler: Michael Hogan (Saul Tigh), Rekha Sharma (Tory Foster), Dean Stockwell (Cavil), Kerry Norton (Layne Ishay), Kate Vernon (Ellen Tigh), Donnelly Rhodes (Sherman Cottle), Aaron Douglas (Galen Tyrol), Michael Trucco (Samuel Anders), John Hodgman (Dr. Gerard)

Kurzinhalt

Achtzehn Monate zuvor erwachte der letzte Zylon auf einem Basisschiff und liefert sich ein philosophisches Duell mit Cavil. In der Gegenwart wird der schwerverletzte Sam Anders von Erinnerungen und Visionen heimgesucht.




Langinhalt

Geschehnisse auf dem Basisstern:

18 Monate vor den aktuellen Geschehnissen auf der Galactica wacht eine gerade von ihrem Ehemann getötete Ellen in einer Wanne auf einem Basisstern auf. Erst wirkt sie panisch, dann aber scheint sie sich an ihre Vergangenheit zu erinnern und wird ruhiger. Sie bittet einen anbei stehenden Zenturion, ihr aus der Wanne zu helfen.

Wenig später kommt Cavil zu ihr. Die beiden unterhalten sich, wobei sich herausstellt, dass sie Cavil nach ihrem Vater John benannt hat. Cavil hört seinen Vornamen nicht gerne, und überhaupt scheint er nicht gut auf Ellen zu sprechen zu sein. Sie streiten sich über die Definition eines Humlons und halten die Sicht der Welt des jeweils Anderen für falsch.

Ellen scheint von Cavil gefangen gehalten zu werden. In der nächsten Szene sind bereits sechs Monate vergangen. Ellen hat nun einen eigenen Schlafraum, karg ausgestattet, ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt. Erneut kommt Cavil für ein Gespräch vorbei. Er erzählt ihr, dass er seine Schlaffunktion ausgestellt hat und dass Ellen sich seiner Meinung nach überhaupt nicht verändert habe. Sie hingegen wirft ihm vor, rachsüchtig zu sein, wie die Menschen. Er kontert, dass er einfach nur Gerechtigkeit für den zenturischen Teil der Familie erlangen wolle.

Dann kommt Boomer hinzu, aber während Ellen sich freut, sie wiederzusehen, wirkt die Zylonin sehr zurückhaltend. Sie berichtet, dass Cavil ihr beibringt, eine bessere Maschine zu sein. Als Cavil geht und Boomer befiehlt, bei Ellen zu bleiben, sagt diese zu Boomer, dass sie ihre eigenen Entscheidungen treffen solle.

Weitere zwei Monate vergehen. Bei ihrem nächsten Gespräch zeigt Cavil Ellen Bilder vom Tempel der Fünf, den Ellen allerdings Tempel der Hoffnung nennt. Er kritisiert sie für die Erbauung des Tempels, und dafür, dass D'anna so die Möglichkeit hatte, die Final Five zu sehen (und dass er sie deswegen ausschalten musste). Erst durch Ellen erfährt er, dass nicht die Final Five den Tempel gebaut haben, sondern Gott. Schließlich lamentiert Cavil darüber, wie furchtbar es sei, in einem so limitierten Körper zu leben. Er gibt ihr die Schuld dafür. Dann geht er, während Boomer, die noch bleibt, Ellen fragt, ob sie sich nicht wenigstens ein bisschen schuldig fühle. Ellen verneint das, schließlich haben sie und die anderen Final Five den Zylonen einen freien Willen, Leidenschaft und die Fähigkeit zu lieben gegeben. Boomer wirkt nicht überzeugt.

Vier Monate vor den aktuellen Ereignissen wird der Resurrection Hub zerstört, was Cavil dazu veranlasst, Ellen darum zu bitten, ihm die Technik dahinter zu verraten. Sie brauche dafür aber die Hilfe der anderen vier, sagt sie, was Cavil ihr nicht glaubt. Er droht ihr, eine Gehirnoperation vorzunehmen, sollte sie nicht bereit sein, ihm ihr Wissen mitzuteilen.

Schließlich befinden wir uns zwei Tage vor den aktuellen Ereignissen, als Cavil mit Boomer zu Ellen kommt und sie darüber informiert, dass für die Operation alles vorbereitet ist. Bei dieser Gelegenheit erzählt Cavil, dass er die Final Five auf die Erde geschickt habe, damit sie selbst aus erster Hand erleben, wie die Menschen sind. Ellen macht deutlich, dass er sein Ziel nicht erreicht hat und wirft ihm vor, sich von der menschlichsten aller Emotionen leiten zu lassen: Rache. Dann reden sie über Daniel, das siebte Humlon-Modell, einen Künstler, den Ellen sehr geliebt hat, der aber offenbar durch Cavil getötet wurde. Erneut wirft Cavil ihr vor, dass Ellen und die anderen Final Five an allem Schuld seien, auch an ihm, da er ja offensichtlich ein Fehler ist. Ellen behauptet, er sei kein Fehler und sie würde ihn noch immer lieben, aber als sie ihm eine Umarmung anbietet, rennt Cavil davon.

Schließlich wird Ellen von Boomer zur Operation abgeholt. Aber Boomer bringt Ellen nicht zum Operationssaal. Sie verzeiht ihrer Schöpferin, bringt sie zu einem Raptor und flieht mit ihr.

Geschehnisse auf der Galactica:

Auf der Galactica gibt es zwei Schwerverletzte zu versorgen. Auf der einen Seite Anders, der, während Cottle ihn operiert, unverständliche Dinge erzählt, und auch die neben ihm stehende Kara nicht zu hören scheint. Die Kugel ist in sein Gehirn eingedrungen, wo sich ein Hämatom gebildet hat, dessen Schwellung erst zurückgehen muss, bevor Cottle die Kugel herausholen kann. Sam erzählt derweil vom Strand und davon, dass auch Ellen sehr gerne dort war.

Auf der anderen Seite gilt es, die Galactica zu versorgen. Tyrol zeigt Adama verschiedene Stellen, an denen die Wände eingerissen sind. Adama beschließt, Tyrol den Job als Chief zurückzugeben und beauftragt ihn mit der Reparatur der Galactica.

Auf der Krankenstation wacht Anders nach seiner Operation auf und findet Kara an seiner Seite. Sie entschuldigt sich bei ihm, aber ihn scheint das gar nicht zu interessieren. Stattdessen bittet er sie, die anderen drei Final Five zu holen, denn er könne sich an alles erinnern.

Als die anderen drei - Tigh, Tory, Tyrol - schließlich da sind, erzählt er, in welchem Verhältnis die fünf zueinander standen, und dass sie die einzigen Überlebenden sind, weil sie auf einem Schiff im Orbit wiedererwacht sind, nachdem sie die Resurrection neu erfunden haben. Die habe es schon auf Kobol gegeben, da die Humlons auf der Erde sich aber fortpflanzen konnten, wurde diese Technologie nicht mehr benötigt. Die Final Five haben allerdings an ihr gearbeitet, alle, wobei Ellens Arbeit am wichtigsten war. Dann wird Anders von Cottle unterbrochen.

Auf der Colonial One sind die Spuren des Massakers am Zwölferrat noch deutlich zu erkennen. Lee ist dafür, den nächsten Rat nicht mehr nach der Zugehörigkeit der jeweiligen Kolonie zu wählen, sondern in neu zu strukturieren. Roslin ist dafür - und übergibt ihm die gesamten Amtsgeschäfte.

Derweil führt der Chief Adama weiter durch die Galactica. Er erklärt ihm, dass er die Schäden gut reparieren kann, die Galactica in nächster Zeit aber keine FTL-Sprünge machen sollte. Adama ist bereit, ihm eine Reparaturcrew zur Verfügung zu stellen, allerdings möchte er keine Zylonen darin haben.

Auf der Krankenstation erzählt Anders derweil weiter. Die Final Five seien zu den zwölf Kolonien gereist, um den Menschen zu sagen, dass sie die Zenturions gut behandeln sollen. Allerdings stand ihnen die FTL-Technik nicht zur Verfügung, so dass sie letztlich zu spät kamen - der Krieg hatte schon angefangen. Um ihn zu beenden, boten die Final Five den Zenturions an, die Humlons herzustellen (zumal die Zenturions sich schon daran versucht hätten, das Ergebnis aber lediglich die Hybriden gewesen seien), dafür aber den Krieg zu beenden. Dann erleidet Anders einen epileptischen Anfall.

Angeregt durch die neusten Informationen debattieren die übrigen drei Final Five, wer denn nun am Krieg Schuld sei - die Zylonen, weil sie die Humlons erschaffen haben? Oder die Menschen, weil sie die Zylonen erfunden haben?

Inzwischen ist ein Neurologe eingetroffen, der die Kugel durch ein Röntgenbild auffinden konnte. Die Schwellung sei mittlerweile zurückgegangen, Sam könne operiert werden. Aber Sam, der inzwischen Wortfindungsstörungen hat, bittet um einen Aufschub. Er hat Angst, dass seine Erinnerungen verschwinden könnten, und er hat noch einiges zu erzählen. Kara ist allerdings dagegen. Sie lässt ihm nur noch Zeit bis zur Narkose.

Anders nutzt die Zeit, um zu erzählen, dass Cavil das erste von acht Humlon-Modellen war. Die Final Five hätten sich auf die Erschaffung der Humlons eingelassen, weil die Zenturier zum Glauben an einen Gott gefunden hatten. Cavil habe die Final Five aber stillgelegt und sie anschließend, ohne ihre Erinnerungen, auf die Erde geschickt. Kara will unbedingt mehr über den siebten Humlon wissen. Anders erzählt ihr, dass sein Name Daniel gewesen sei, was für Kara wohl keine zufriedenstellende Antwort ist. Dann wird er abgeholt, um zu seiner Operation gebracht zu werden. Panisch bittet er Tigh, bei der Flotte zu bleiben, denn das Wunder werde bald geschehen. Kara fleht er um mehr Zeit an, aber sie gewährt sie ihm nicht. Als er bereits von der Narkose bewusstlos ist, entschuldigt sie sich bei ihm. Dann wird sie hinausgeschickt.

Während Anders operiert wird, geht Tigh in sein Quartier. Dort wartet bereits eine schwangere Six auf ihn. Ihretwegen gibt es keinen Alkohol mehr in seinem Quartier. Zum Trost darf er an ihrem Bauch gelehnt spüren, wie sich sein Kind bewegt.

Der Chief ist wieder mit Adama unterwegs. Mit einem Röntgen-ähnlichen Licht zeigt er ihm, dass überall auf der Galactica Risse im Metall sind und es ziemlich hoffnungslos für den alten Kahn aussieht. Er schlägt vor, Zylonentechnologie zu verwenden, aber dieses Mal ist Adama dagegen. Erst als er auch in seinem Quartier Risse in der Wand entdeckt, ruft er Tyrol an und gibt ihm sein Einverständnis.

Vor der Krankenstation warten Kara und die anderen auf den Ausgang der Operation. Schließlich kommt Cottle zu ihnen und gibt Kara die Kugel, die sie aus Anders Kopf herausholen konnten. Er werde sich erholen, prognostiziert Cottle, und lässt Kara dann zu ihm. Sie redet mit ihm, streichelt ihn, aber als die Schwester das EEG anschließt, muss sie feststellen, dass sich bei Anders kaum Hirnaktivitäten feststellen lassen.

von Marion Rauhut (Caprica)



Review

Die aufreibenden Ereignisse, die sich seit "Sometimes a Great Notion" aufgebaut haben, sind überwunden. Mit "No Exit" läutet "Battlestar Galactica" ein neues Kapitel ein, in dem die Mythologie der Serie wieder in den Vordergrund rückt.

Dsas die Episode eine besondere Stellung in der Serie einnimmt, verdeutlicht bereits ihr ungewöhnliches Intro, welches Elemente von "And they have a plan" und "All will be revealed" aufgreift und die Geschichte des menschlich-zylonischen Konflikts darstellt.

In den Mittelpunkt dieser Entwicklung drängt sich ohne Frage die Rückkehr von Ellen Tigh, die sich ein interessantes und sehr gut inszeniertes Wortduell mit Cavil liefert. 18 lange Monate befindet sie sich in zylonischer Gefangenschaft und darf dabei die Ereignisse der vergangenen Jahre in ein neues Licht rücken und philosophische Gespräche über den Unterschied zwischen Mensch und Maschine führen. In der Gegenwart sorgt hingegen Sam Anders Kopfverletzung dafür, dass die übrigen Final Four über ihre Vergangenheit informiert werden.

Genau wie "The Oath" zuvor, ist "No Exit" in vielerlei Hinsicht eine extreme Episode: Es gibt kaum Handlung, stattdessen dominieren Exposition und Dialog. An sich verletzt dies eine der Grundregeln filmischer Unterhaltung: "Show, don't tell!" Und dennoch funktioniert es überraschend gut. Den größten Verdienst daran haben Dean Stockwell und Kate Vernon, denn es ist offensichtlich, wie viel Leidenschaft beide Schauspieler für ihre Rollen aufbringen.

In diesem Zusammenhang sollte auch die Arbeit von Ryan Mottesheard und Gwyneth Horder-Payton lobend erwähnt werden. Beide haben zum ersten Mal (alleine) eine Episode geschrieben und bei dieser Regie geführt und trotzdem eine Folge geschaffen, die sich weitestgehend nahtlos in den Handlungsverlauf integriert und die Serienmythologie gekonnt fortführt.

Viele weitaus erfahrenere Crewmitglieder von "Battlestar Galactica" sind da bereits an einfacheren Aufgaben gescheitert, denn so viele Antworten wie in dieser Episode präsentiert werden, wurden in "Battlestar Galactica" noch nie geliefert und dürften auch im Allgemeinen eine Seltenheit für Fernsehserien sein. Fragen, welche die Fans schon seit langem beschäftigen, wurden aufgegriffen. Zugleich birgt auch dieser Abschnitt der Serie neue Überraschungen und Geheimnisse.

Die Existenz eines zylonischen Modells Nummer Sieben füllt nicht nur (wortwörtlich) eine Lücke in der Geschichte der Serie, sondern dürfte auch neue Spekulationen über dessen Identität und Bedeutung schüren. Laura Roslin hat endgültig einen Schlussstrich unter ihre Herrschaft gezogen und übergibt die Präsidentschaft an Lee Adama, der sogleich das antiquierte System des Zwölferrats auflöst.

Und dann ist da die Galactica, welche förmlich auseinanderzubrechen droht – ganz ohne Meuterei und zylonische Geschosse, sondern nur auf Grund der jahrelangen Belastung und Schlamperei beim Bau des Schiffes vor über 50 Jahren.

Auch Boomer ist zurück, und es hat den Anschein, dass sie dieses Mal in der Serie verweilen wird. Einen alles andere als subtilen Hinweis darauf gab es bereits durch die Einblendung von Tyrol auf die Frage, wen die Zylonin denn lieben solle. Außerdem beginnt Kara Thrace, ähnlich wie Gaius Baltar vor ihr, ihre eigene menschliche Identität in Frage zu stellen. Von der übermütigen Kämpferin der vergangenen Episoden ist nicht mehr viel zu sehen und stattdessen scheint Starbuck geradezu auf eine neue Sinnkrise zuzusteuern.

Ein sehr wichtiger Aspekt der Serie, welcher in "No Exit" erläutert wird, ist der zyklische Ablauf der Ereignisse um die Entstehung künstlichen Lebens und die daraus resultierenden Konflikte. Es stellt sich heraus, dass die Final Five zwar den ersten Zylonenkrieg beendeten, dafür aber durch die Erschaffung der humanoiden Zylonen, den Holocaust geradezu heraufbeschworen haben. Das ist ein interessantes Dilemma, welches hoffentlich in Zukunft noch näher betrachtet wird und nicht einfach durch Tighs Kommentar, dass genauso gut irgendwelchen Bakterien die Zellteilung vorgeworfen werden könnte, abgetan wurde.

Fazit: Mit "No Exit" wurde ein dialoglastiges Kammerspiel abgeliefert, welches auf Grund zahlreicher Enthüllungen und der schieren Flut an Informationen ebenso spannend daherkommt, wie die actiongeladenen Meutereifolgen der vorangegangenen Wochen. Dass die Folge so gut funktioniert, ist überraschend und höchsterfreulich zugleich.

Zahlreiche Mysterien wurden aufgelöst, und es scheint, als würde durch die Flucht von Boomer und Ellen langsam auch der finale Konflikt der Serie absehbar sein. Die Wiedervereinigung der Final Five – und hierbei natürlich insbesondere das Aufeinandertreffen von Saul und Ellen Tigh – kann in Anbetracht all der Dinge, die seit dem Exodus von Neu-Caprica geschehen sind, jedenfalls mit Spannung erwartet werden.

Von Philip Arendt (Penumbra)

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    4. Staffel von BSG

Previews und Trailer
Promofotos
Spoiler
Untertitel
Audiokommentare
Forum zur vierten Staffel
Threads zu den Episoden

4.01  He That Believeth in Me
4.02  Six of One
4.03  The Ties That Bind
4.04  Escape Velocity
4.05  The Road Less Traveled
4.06  Faith
4.07  Guess What's Coming to Dinner?
4.08  Sine Qua Non
4.09  The Hub
4.10  Revelations
4.11  Sometimes a Great Notion
4.12  A Disquiet Follows My Soul
4.13  The Oath
4.14  Blood on the Scales
4.15  No Exit
4.16  Deadlock
4.17  Someone to Watch Over Me
4.18  Islanded in a Stream of Stars
4.19  Daybreak, Part 1
4.20  Daybreak, Part 2


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